Michaelas Vorführung!

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Die mit dem Zentimeterband nahm nun von Michaelas Hals und Gelenken die Masse, die

zwar klein, aber doch gängig waren.

Es war leicht, in dem Korb, den die andere Frau trug, ein passendes Halsband und

Armreifen zu finden. Sie waren folgendermaßen gearbeitet: aus mehreren

Lederschichten jede Schicht sehr dünn, das Ganze nicht mehr als einen Finger dick,

mit einem Schnappverschluß, der automatisch einklickte wie ein Vorhängeschloß,

wenn man ihn zumachte, und nur mit einem kleinen Schlüssel wieder zu öffnen war.

An der dem Verschluß genau gegenüberliegenden Stelle, in der Mitte der

Lederschichten und beinah ohne Spiel, war ein Metallring angebracht, der es

erlaubte, das Armband irgendwo zu befestigen, wenn man das wollte, denn es

schloß, wenn es auch gerade so viel Spielraum gab, um keine Verletzung zu

bewirken, zu eng am Gelenk an, und das Halsband zu eng um den Hals, als daß man

einen noch so dünnen Riemen hätte durchziehen können. Man befestigte nun

Halsband und Armreifen an Hals und Gelenken, dann befahl der Mann ihr,

aufzustehen.

Er setzte sich auf Ihren Platz auf den Pelzpuff und zog sie zwischen seine Knie, ließ

die behandschuhte Hand zwischen Ihre Schenkel und über ihre Brüste gleiten und

erklärte ihr, daß sie noch an diesem Abend vorgeführt werden solle, nach dem

Essen, das sie allein einnehmen werde.

Sie nahm es wirklich allein ein, noch immer nackt, in einer Art Kabine, in die eine

unsichtbare Hand ihr die Speisen durch einen Schalter zuschob.

Nach dem Essen kamen die beiden Frauen und holten sie ab.

5

Im Boudoir schlossen sie gemeinsam die beiden Ringe ihrer Armreifen hinter ihrem

Rücken zusammen, legten ihr einen langen Umhang um die Schultern, der an ihrem

Halsband befestigt wurde und der sie ganz bedeckte, sich jedoch beim Gehen

öffnete; sie konnte ihn ja nicht zusammenhalten, weil ihre Hände auf dem Rücken

gefesselt waren.

Sie durchschritten ein Vorzimmer, zwei Salons, und kamen in die Bibliothek, wo

vier Männer beim Kaffee saßen. Sie trugen die gleichen wallenden Gewänder, wie

der erste, aber keine Masken.

Doch Michaela hatte nicht Zeit, ihre Gesichter zu sehen und festzustellen, ob ihr Geliebter

unter ihnen sei ( er war unter ihnen ), denn einer der vier richtete den Strahl einer

Lampe auf sie, die sie blendete. Alle Anwesenden verhielten sich regungslos, die

beiden Frauen rechts und links von ihr und die Männer vor ihr, die sie musterten.

Dann erlosch die Lampe; die Frauen entfernten sich.

Man hatte Michaela aufs neue die Augen verbunden.

Nun mußte sie näherkommen, sie schwankte ein bißchen und spürte, daß sie vor dem

Kaminfeuer stand, an dem die vier Männer saßen: sie fühlte die Hitze, sie hörte die

Scheite leise in der Stille knistern. Sie stand mit dem Gesicht zum Feuer. Zwei

Hände hoben ihren Umhang hoch, zwei weitere glitten an ihren Hüften entlang,

nachdem sie sich überzeugt hatten, daß die Armreifen festgemacht waren: sie trugen

keine Handschuhe und eine von ihnen drang von beiden Seiten zugleich in sie ein,

so abrupt, daß sie aufschrie.

Ein Mann lachte. Ein anderer sagte: „Drehen Sie sich um, damit man die Brüste und

den Leib sieht.“ Sie mußte sich umdrehen, und die Hitze des Feuers schlug jetzt an

ihre Lenden. Eine Hand ergriff eine ihrer Brüste, ein Mund packte die Spitze der

anderen.

Plötzlich verlor sie das Gleichgewicht und taumelte nach rückwärts, sie wurde aufgefangen,

von welchem Arm ? während jemand ihre Beine öffnete und dann die

Lippen auseinanderzog; Haare strichen über die Innenseite ihrer Schenkel. Sie hörte

jemanden sagen, man müsse sie niederknien lassen.

Was auch geschah. Das Knien tat ihr sehr weh, zumal man ihr verbot, die Knie zu

schließen und ihre Hände so auf den Rücken gebunden waren, daß sie sich

vorbeugen mußte.

Nun erlaubte man ihr, sich zurücksinken zu lassen, bis sie fast auf den Fersen saß,

wie es die Nonnen tun.

„Sie haben sie nie angebunden ?“ – „Nein, nie.“ – „Auch nicht gepeitscht?“ – „Auch

das nie. Sie wissen ja…“ Diese Antworten kamen von ihrem Geliebten. „Ich weiß“,

sagte die andere Stimme, „wenn man sie nur gelegentlich anbindet, wenn man sie

nur ein bißchen peitscht, könnte sie Geschmack daran finden, und das wäre falsch.

Man muß über den Punkt hinaus gehen, wo es ihr Spaß macht, man muß sie zum

Weinen bringen.“

Einer der Männer befahl Michaela jetzt, aufzustehen, er wollte gerade ihre Hände losbinden,

zweifellos, damit man sie an einen Pfosten oder eine Mauer fesseln könnte, als ein

anderer protestierte, er wolle sie zuerst nehmen und zwar sofort – so daß man sie

wieder niederknien ließ, aber diesmal mußte sie, noch immer mit den Händen auf

dem Rükken, den Oberkörper auf den Puff legen und die Hüften hochrecken.

Der Mann packte mit beiden Händen ihre Hüften und drang in Ihren Leib ein. Er

überließ seinen Platz einem zweiten. Der dritte wollte sich an der engsten Stelle

einen Weg bahnen und ging so brutal vor, daß sie aufschrie.

Als er von ihr abließ, glitt sie, stöhnend und tränennaß unter ihrer Augenbinde, zu

Boden: nur um zu spüren, daß Kniee sich gegen ihr Gesicht preßten und auch ihr

Mund nicht verschont würde.

Schließlich blieb sie, hilflos auf dem Rücken, in ihrem Purpurmantel vor dem Feuer

liegen. Sie hörte, wie Gläser gefüllt und ausgetrunken, wie Sessel gerückt wurden.

Im Kamin wurde Holz nachgelegt. Plötzlich nahm man ihr die Augenbinde ab.

Der große Raum mit den Büchern an den Wänden war schwach erleuchtet durch eine

Lampe auf einer Konsole und durch den Schein des Feuers, das wieder aufflammte.

Zwei Männer standen und rauchten. Ein dritter saß, eine Peitsche auf den Knien, und

der vierte, der sich über sie beugte und ihre Brust streichelte, war ihr Geliebter.

Aber alle vier hatten sie genommen und sie hatte ihn nicht von den anderen

unterscheiden können.

Man erklärte ihr, daß es immer so sein werde, so lange sie sich im Schloß aufhalte,

daß sie die Gesichter der Männer nicht sehen werde, die sie vergewaltigen oder foltern

würden, niemals jedoch bei Nacht, und daß sie niemals wissen werde, wer ihr

das Schlimmste angetan hatte.

Desgleichen wenn sie gepeitscht würde, nur wolle man dann, daß sie sehen könne,

wie sie gepeitscht wurde, daß sie also zum ersten Mal keine Augenbinde tragen

werde, daß die Männer dagegen ihre Masken anlegen würden und sie sie nicht

unterscheiden könne.

Ihr Geliebter hatte sie aufgehoben und in ihrem roten Umhang auf die Armlehne eines

Sessels an der Kaminecke gesetzt, damit sie hören sollte, was man ihr zu sagen

hatte und sehen sollte, was man ihr zeigen wollte. Sie hatte noch immer die Hände

auf dem Rücken.

Man zeigte ihr den Reitstock, der schwarz war, Lang und dünn, aus feinem Bambus,

mit Leder bezogen, wie man sie in den Auslagen der großen Ledergeschäfte sieht;

die Lederpeitsche, die der erste der Männer, den sie gesehen hatte, im Gürtel trug,

sie war lang, bestand aus sechs Riemen mit je einem Knoten am Ende, dann eine

dritte Peitsche aus sehr dünnen Schnüren, die an den Enden mehrere Knoten trugen

und ganz steif waren, als hätte man sie in Wasser eingeweicht, was auch der Fall

war, wie sie feststellen konnte, denn man berührte damit ihren Schoß und spreizte

ihre Schenkel, damit Sie besser fühlen könne, wir feucht und kalt die Schnüre sich

auf der zarten Haut der Innenseite anfühlten.

Blieben noch auf der Konsole stählerne Ketten und Schlüssel. An einer Wand der

Bibliothek lief in halber Höhe eine Galerie, die von zwei Säulen getragen wurde. In

eine Säule war ein Haken eingelassen, in einer Höhe, die ein Mann auf Zehenspitzen

mit gestrecktem Arm erreichen konnte.

Man sagte Michaela, die ihr Geliebter in die Arme genommen hatte, eine Hand unter ihren

Schultern und die andere, die sie verbrannte, zwischen ihren Schenkeln, um sie zum

Nachgeben zu zwingen, man sagte ihr, daß man ihre gefesselten Hände nur löse, um

sie sogleich, mittels der Armreifen und einer der Stahlketten, an diesen Pfeiler zu

binden.

Daß aber nur die Hände über ihrem Kopf festgehalten würden, sie sich aber sonst

frei bewegen könne und die Schläge kommen sähe. Daß man im allgemeinen nur

Hüften und Schenkel peitsche, also von der Taille bis zu den Knien, genauso, wie sie

im Wagen, der sie hierher gebracht hatte, vorbereitet worden sei, als sie sich nackt

hatte auf die Bank setzen müssen. Daß jedoch einer der vier anwesenden Männer

vielleicht Lust haben werde, ihre Schenkel mit dem Reitstock zu zeichnen, was

schöne, lange und tiefe Striemen gebe, die man lange sehen werde.

Es werde ihr nicht alles zugleich angetan werden, sie werde schreien können, soviel

sie wolle, sich winden und weinen. Man werde sie Atem schöpfen lassen, aber

weitermachen, sobald sie wieder Kräfte gesammelt habe, wobei die Wirkung nicht

nach ihren Schreien oder Tränen beurteilt werde, sondern nach den mehr oder

minder lebhaften und anhaltenden Spuren, die die Peitschen auf ihrer Haut

zurücklassen würden.

Man wies sie darauf hin, daß diese Methode, die Wirkung der Schläge zu beurteilen,

nicht nur gerecht sei und alle Versuche der Opfer, durch übertriebenes Stöhnen

Mitleid zu wecken, nichtig mache, sondern darüber hinaus auch erlaube, die Peitsche

außerhalb des Schlosses anzuwenden, im Park, was häufig geschehe, oder in

irgendeiner Wohnung oder einem beliebigen Hotelzimmer, vorausgesetzt natürlich,

daß man einen Knebel verwende ( den man ihr sogleich zeigte ), der nur den Tränen

freien Lauf läßt, aber alle Schreie erstickt und kaum ein Stöhnen erlaubt.

An diesem Abend jedoch sollte der Knebel nicht verwendet werden, im Gegenteil.

Sie wollten Michaela brüllen hören, und so schnell wie möglich.

Der Stolz, den sie daran setzte, sich zu beherrschen und zu schweigen, hielt nicht

lange an: sie hörten sie sogar betteln, man möge sie losbinden, einen Augenblick

einhalten, nur einen einzigen. Sie wand sich so konvulsivisch, um dem Biß der

Lederriemen zu entgehen, daß sie sich vor dem Pfosten beinah um die eigene Achse

drehte, denn die Kette, die sie fesselte, war lang und daher nicht ganz straff.

Die Folge war, daß ihr Bauch und die Vorderseite der Schenkel und die Seiten

beinah ebenso ihr Teil abbekamen, wie die Lenden. Man entschloß sich nun, einen

Augenblick aufzuhören und erst wieder anzufangen, nachdem ein Strick um ihre

Taille und zugleich um den Pfosten geschlungen worden war.

Da man den Strick fest anzog, damit der Körper in der Mitte gut am Pfosten anlag,

war der Oberkörper notwendig ein wenig zur Seite gebeugt, so daß auf der anderen

Seite das Hinterteil stärker hervortrat. Von nun an verirrten die Hiebe sich nicht

mehr, es sei denn mit Absicht.

Nach der Art und Weise zu urteilen, wie ihr Geliebter sie ausgeliefert hatte, hätte O

sich denken können, daß ein Appell an sein Mitleid die beste Methode sein würde,

seine Grausamkeit zu verdoppeln, daß er größtes Vergnügen daran finden würde, ihr

diese unzweifelhaften Beweise seiner Macht zu entreißen oder entreißen zu lassen.

Tatsächlich war er derjenige, der als erster bemerkte, daß die Lederpeitsche, unter

der sie zuerst gestöhnt hatte, sie weit weniger zeichnete, als die eingeweichte Schnur

der neunschwänzigen Katze und der Reitstock, und daher erlaube, die Qual zu

verlängern und mehrmals von neuem anzufangen, fast unverzüglich, wenn man Lust

dazu hatte.

Er bestand darauf, daß man nur noch diese Peitsche verwendete.

Verführt von diesem hingereckten Hinterteil, das sich unter den Schlägen wand und

sich in dem Bemühen, ihnen auszuweichen, nur umso mehr aussetzte, verlangte nun

derjenige der Vier, der an den Frauen nur das liebte, was sie mit den Männern

gemeinsam haben, daß man ihm zuliebe eine Pause einlegen solle, und er teilte die

beiden Hälften, die unter seinen Händen brannten, und drang nicht ohne Mühe ein,

wobei er die Überlegung anstellte, daß man diese Pforte leichter zugänglich machen

müsse.

Man kam überein, daß das zu machen sei und daß man entsprechende Maßnahmen

ergreifen werde.

Als man die junge Frau, die unter ihrem roten Mantel baumelte und beinah

ohnmächtig war, schließlich losband, sollte sie, eh sie in die ihr zugewiesene Zelle

geführt würde, im einzelnen die Regeln hören, die sie während ihres Aufenthaltes im

Schloß und auch noch nach ihrer Rückkehr ins alltägliche Leben ( was übrigens

nicht die Rückkehr in die Freiheit bedeutete ) befolgen müßte; man setzte sie in

einen großen Sessel am Feuer und klingelte.

Die beiden jungen Frauen, die sie empfangen hatten, brachten die Kleidung für ihren

Aufenthalt und die Dinge, die sie allen kenntlich machen würden, die schon vor ihrer

Ankunft Gäste des Schlosses gewesen waren oder es nach ihrem Weggang sein

würden. Das Kostüm war dem der beiden Frauen ähnlich: über einem

fischbeinverstärkten und in der Taille rigoros geschnürten Mieder und über einem

gestärkten Batistunterrock ein langes Gewand mit weitem Rock und einem Oberteil,

das die Brüste, die das Korsett hochschob, fast freiließ, kaum mit Spitzen verhüllte.

Der Unterrock war weiß, Mieder und Kleid aus meergrüner Seide, die Spitzen

wieder weiß.

Als Michaela angekleidet war und wieder im Sessel am Feuer saß, noch blasser durch das

blasse Grün, gingen die beiden Frauen, die kein Wort gesprochen hatten. Einer der

vier Männer packte die eine im Vorbeigehen, bedeutete der anderen, zu warten,

führte die erste zu Michaela hin, ließ sie sich umdrehen, umfaßte mit einer Hand ihre Taille

und hob ihr mit der anderen die Röcke hoch, um Michaela zu zeigen, so sagte er, warum sie

dieses Kostüm trugen und wie gut es durchdacht sei. Er fügte hinzu, man könne

diesen Rock mittels eines einfachen Gürtels so hoch schürzen, wie man wolle,

wodurch mühelos zugänglich wurde, was man auf diese Weise entblößte.

Außerdem lasse man die Frauen häufig im Schloß oder im Park so hochgeschürzt

herumgehen oder mit vorn, ebenfalls bis zur Taille, hochgerafften Röcken.

Man ließ Michaela von der jungen Frau zeigen, wie sie ihren Rock befestigen müsse:

mehrmals aufgerollt (wie eine Haarsträhne auf einem Lockenwickler), in einen

engen Gürtel gesteckt, genau vorn in der Mitte, wenn der Leib entblößt werden

sollte, oder genau in der Mitte des Rückens, um die Lenden

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